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Warum ein Seniorenbeirat

Diese Frage haben sich viele Kommunen in unserem Bundesland gestellt, zumal die Existenz und Bildung der Beiräte nicht als Pflichtaufgabe in der Kommunalverfassung festgelegt sind.. Das Ergebnis am Ende des Jahres 2004: Es gibt in Mecklenburg-Vorpommern 63 Seniorenbeiräte auf den unterschiedlichen Ebenen:

- Seniorenbeirat auf der Ebene des Landes Mecklenburg-Vorpommern
- 18 Seniorenbeiräte in den kreisfreien Städten und Landkreisen
- 42 Seniorenbeiräte in den Kommunen.

Ich habe diese Zahlen vorangestellt, weil sie für mich der beste Beweis dafür sind, daß wir diese Vertretungen brauchen. Die bestehenden Beiräte haben bewiesen, daß sie zu einem wertvollen Partner der kommunalen Entscheidungsträger bei der Gestaltung von attraktiven Lebensbedingungen für die älteren Bürger geworden sind. Und das hat sich herumgesprochen!

In unserem Landkreis gibt es derzeit Seniorenbeiräte in den Städten Bad Doberan, Kühlungsborn und Rerik sowie in der Gemeinde Satow sowie einen auf Kreisebene.


Welches Anliegen haben diese Beiräte?

Wir leben in einer Gesellschaft, wo die Lebenserwartung der Menschen dank vieler sozialer Verbessungen ständig steigt, d.h. der Lebenabschnitt nach dem Ausscheiden aus dem Beruf wird bedeutend länger Außerdem sind ältere Menschen heute gesünder, besser ausgebildet und meist auch materiell besser gestellt als frühere Altengenerationen.

Dennoch dominieren in weiten Teilen unserer Gesellschaft eher negativ geprägte Vorstellungen vom Alter und den Älteren.
Die in den Medien transportierten Bilder stellen Ältere meistens als Hife- und Pflegebedürftige oder als gut situierte "Egoisten", für die Freizeitgestaltung und Konsum im Vordergrund stehen. Daß dies den tatsächlichen Verhältnissen nicht gerecht wird, ist u.a. auch eine Folge fehlender gesellschaftlich anerkannter Aufgabenangebote für Ältere. Und dies ist unverständlich, weil unsere Zivilgesellschaft jede Form des bürgerschaftlichen Engagements dringend braucht. Heutige Senioren können und wollen Botschafter für ein neues Altersbild sein, z.B. durch die Mitwirkung in den Seniorenbeiräten.

Wodurch können die Beiräte dies erreichen?
Sie wollen und müssen

  • die Entscheidungsträger auf den kommunalen Ebenen für die berechtigten Bedürfnisse und Interessen der Älteren in ihrem Verantwortungsbereich sensibilisieren ( z.B. Wohnformen für Ältere, innere Sicherheit)
  • die Mandatsträger dazu ermuntern, das Wissen und die Erfahrungen der älteren Menschen für die Aufgaben und Herausforderungen der Gegenwart, aber auch der Zukunft verstärkt zu nutzen ( z.B. lokale Agenda 21, Initiierung von generationenübergreifenden Projekten)
  • die Gesellschaft davon überzeugen, daß Altenpolitik nicht heißt, Politik für, sondern mit der älteren Generation., z. B. durch eine anerkannte Beraterfunktion in seniorenrelevanten Entscheidungen (Standorte für betreutes Wohnen, Gestaltung der kommunalen Infrastruktur)

 

Was ist zu tun, um einen Seniorenbeirat zu gründen?

  • Es gibt dafür keine allgemein verbindlichen Vorschriften, aber folgende Ratschläge sollten Sie schon beachten:
  • Ältere Bürger, die gewillt sind, im Seniorenbeirat mitzuwirken, tragen ihr Anliegen der Gemeindevertretung vor
  • Die Gemeindevertretung beschließt dann auf Antrag über dieses Anliegen
  • Bei Bestätigung muss dann auch über die Wahlform und das Vorschlagsrecht für den Beirat entschieden werden.

Ich würde mich freuen, wenn es zur Bildung eines solchen Beirates in Ihrer Gemeinde kommen würde. Für Nachfragen stehen alle Mitglieder unseres Kreisseniorenbeirates gerne zur Verfügung. Oder fragen Sie in den Kommunen nach, in denen es schon solche Vertretungen der Senioren gibt.

Brigitte Paetow
Vorsitzende des Seniorenbeirates des Landkreises (Tel. 038294/ 14158)

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