Besonders nomadisierend durch das Land ziehende Viehzüchter ermöglichten den weiträumigen Austausch von Informationen und Material. Als Tauschmittel des Nordens galten besonders Bernstein und Vieh. Im Tausch gewährleisteten sie den Import erster Bronzewaren. Der Übergang war auch hier langsam. So sprechen wir etwa ab 2.000/1.800 v. Chr. von der Bronzezeit. Nach und nach entwickelte sich eine eigenständige Bronzekultur. Bronzefunde sind zahlreich bekannt geworden, besonders viele im 19. Jahrhundert, als noch aktiv Torf gestochen wurde. Daneben sind Gerätschaften aus Feuerstein, Felsgestein und Holz überliefert. Die Keramik war meist recht nachlässig gefertigt.
Feuersteinsicheln und -dolche belegen die Kenntnis von der Bronze in der frühen Bronzezeit. Die hier lebende Bevölkerung hatte aber noch keinen ausreichenden Zugang dazu und sie fertigten diese in alter Technik, aus dem bisher bekannten Material Feuerstein.
Die Beisetzung der Toten erfolgte in dieser Zeit im Baumsarg unter aufwendigen, lose aufgeschütteten Erd-, Soden- oder Geröllhügeln, den Hügelgräbern (früher als Kegelgräber bezeichnet). Aber auch einfache Erdbestattungen waren weiterhin üblich.
Anfänglich erfolgte die Niederlegung in einem Baumsarg, später nach der Totenverbrennung in einer Urne. Zwischenformen zwischen beiden sind zahlreich. Die Glaubensvorstellungen der Menschen dieser Zeit griffen tief in den Alltag ein. Besonders die Naturgewalten, Göttervorstellungen und die Jahreszeiten beschäftigten sie und waren für die landwirtschaftlichen Abläufe von hoher Bedeutung. So glaubten sie, dass die Sonne auf einem Pferdewagen über den Himmel gebracht wird. Felszeichnungen von Wagenrädern (Blengow, Mechelsdorf) zeugen davon, wie auch der Wagen von Trundholm, der Kultwagen von Peckatel und die Sonnenscheibe von Nebra. Auf drei Großsteingräbern um Rerik konnten ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger (Andreas Magerfleisch, Ernst Krüger) Radkreuze entdecken. Es sind bisher die einzigen Felszeichnungen an der südlichen Ostseeküste.
Siedlungen der Bronzezeit sind inzwischen im Landkreis Bad Doberan sehr zahlreich bekannt geworden und wurden teilweise untersucht.
Bei den zahlreichen archäologischen Untersuchungen fanden sich viele Reste bronzezeitlicher Gefäße.
Feuerstellenreihen und -gruppen mit bronzezeitlicher Herkunft wurden u. a. in Jörnstorf, Vilz, Krempin und Lüningshagen festgestellt. Sie sind meist kohlig schwarz, voller geglühter Steine und meist fundleer.
Im August 1983 meldete ein Bürger in der Ostsee bei Kühlungsborn zwei hölzerne Wagenräder. Man legte sie wahrscheinlich dort um etwa 900 v. Chr. zum Verquellen an einem Flussufer nieder.