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Die Bauern der Jungsteinzeit

Die bäuerliche Kultur benötigte nun viele neue Kenntnisse, Geräte, Techniken und eine neue Lebensweise, die für die Menschen einen radikalen Einschnitt bedeuteten. Sesshaftigkeit, Brandrodung, Bodenbestellung, Tierhaltung, Hausbau, die Töpferei, Steine schleifen und bohren, die Gewinnung, Verarbeitung und besonders die Bewahrung tierischer und pflanzlicher Produkte in einer ausgeprägten Vorratswirtschaft, Laubfutter für die Tiere im Winter, Spinnen und Weben sind nur einige der Neuheiten, die die Menschen erlernen mussten. Viele aus Feuerstein gefertigte Spezialgeräte belegen das breite Spektrum nötiger Arbeiten. Organische Reste sind nur selten erhalten.

Nach den typischen Gefäßen mit einem breiten Trichterrand wurden die ersten Bauern als „Trichterbecherleute“ bezeichnet. Oft sind die Scherben mit tief eingestochenen Mustern versehen. Sie waren die Erbauer der zahlreichen Großsteingräber, auch Dolmen, Megalith- oder „Hünengräber“ genannt. Welche gewaltigen Vorstellungen vom Jenseits müssen es wohl gewesen sein, die Menschen bewegten, solche Leistungen zu vollbringen. Tonnenschwere Blöcke wurden mit einfachsten Mitteln viele Kilometer durch die unwegsame Landschaft transportiert und zu Grabkammern zusammen gefügt. Der Begriff „Hünengrab“ zeigt, dass es den Menschen bis ins 19. Jahrhundert hinein nicht vorstellbar war, dass solche Werke von Menschenhand ausgeführt worden waren.

Neue kulturelle Einflüsse veränderten am Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. die materiellen Hinterlassenschaften. Erste Metallfunde (Liepen, Gnewitz) traten auf, wie auch neue Keramik- und neue Geräteformen. Dazu gehören z. B. Einzelgrabbecher, Felsgesteinäxte, aus Feuerstein gefertigte Dolche und später Sicheln, die dann den Übergang zur ersten Metallzeit einleiteten.