Mit dem zunehmenden Ausbau des Slawenlandes verstärkte sich, besonders ab dem 9. Jahrhundert, das Interesse der westlichen Nachbarn. Das führte immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Aber die slawischen Stämme waren untereinander sehr uneins. Gefördert wurden die Händel durch Adel und Kirche. Die erneuten Vorstöße in der Mitte des 12. Jahrhunderts unter Heinrich dem Löwen brachten den Sieg über den letzten freien Slawenfürsten Niklot und seinen Tod im Jahre 1160. Sein Sohn Pribislaw arrangierte sich nach der Niederlage bei Verchen 1164 mit den deutschen Fürsten, bekam sein Land als Lehen zurück.
Erste Boten einer neuen Zeit in diesem Land waren die Zisterziensermönche in Althof (1171-1179), mit der Neugründung in Doberan (1186). 1210 kamen Benediktinerinnen nach Parchow. 1219 zogen sie aber nach Neukloster um.
Das Kloster Doberan war ein Zentrum und förderte den wirtschaftlichen Ausbau, in Form von Glashütten (Hütten, Glashagen), Töpfereien (Parkentin), Fischwirtschaft (Hütten), Klostergütern (Satow, Redentin) und Mühlen (Klosterareal).
Den Mönchen folgten Kleinadelige und verarmte Bauern, die hier neue Siedlungen gründeten. Die Hagendörfer Bargeshagen, Bartenshagen, Blankenhagen, Rövershagen, Steffenshagen, Vogtshagen, Willershagen gehören u. a. dazu. Sie ließen sich oft in der Nachbarschaft slawischer Dörfer nieder. Das konnten wir z. B. in Blengow, Damm, Questin, Rakow, Roggow, Russow, Schwaan, Tessin, Teßmannsdorf, Zweedorf ("Tu de zwee Dorpen") nachweisen. Die kleinen Adligen, die die Trecks führten, behielten in den Siedlungen das Sagen. So erlangten sie Vergünstigungen und durften sich befestigen. Kleine Burgen oder die so genannten Turmhügel (Motten) sind teilweise noch erhalten (Billenhagen, Buschmühlen, Detershagen, Groß Lüsewitz, Nustrow). Der Wallberg in Gelbensande hatte Bedeutung für das Umfeld der Hansestadt Rostock.
Kleine Burgen befanden sich in Ravensberg und Vogtshagen.
Teilweise erwuchsen aus den slawischen Ansiedlungen frühe Städte wie Schwaan und Tessin.
Städtisch angelegte Neugründungen waren Kröpelin und Neubukow. Dörfliche Ansiedlungen fielen durch die Abwanderung in die Städte wüst, was Flurnamen wie 'Dörpstell' und 'Wüstung' belegen. In Bad Doberan konnten wir bisher keinen slawischen Vorgänger nachweisen.
Kleine Rittersitze wurden weiter ausgebaut und erhielten besonders ab dem 15./16. Jahrhundert größere Wassergräben (Gerdshagen, Gorow) als Abgrenzung zum Dorf und zum Schutz.
Das Schalenreiben war nicht nur in der Stein- und Bronzezeit Brauch. Auch im Mittelalter und in der Neuzeit war es üblich. Wenn Ansässige den Ort verließen, nahmen sie von der Heimatkirche etwas Steinmehl in einem kleinen Beutel mit, um so ein Andenken zu haben. An anderen Kirchen wurden die Schwerter vor dem Kriegsgang geschärft.
Funde aus den Altstadtkernen sind sehr vielfältig. Es sind Stücke einheimischer Ware, aber auch aus Importen.
Heidnische Glaubensvorstellungen und Bräuche versuchte die Kirche zu verdrängen. Abergläubische Vorstellungen unserer Vorfahren überdauerten trotzdem lange. Noch im 19. Jahrhundert lassen sie sich archäologisch nachweisen (Kühlungsborn, Parkentin, Rethwisch).
Zu den gewerblichen Denkmalen der letzten Jahrhunderte zählen die Eiskeller ( u.a. Buschmühlen, Garvensdorf, Tessin), die Glashütten (Hütten - 1268, Gerdshagen - 1273, Rostock - 1292 und 1892, Wesselstorf - 1711, Woltow - 1721 und Ehmkendorf - 1764). Aber auch Meilerplätze (Parkentin), Teersiedereien, Sägegruben, Raseneisenerzgewinnung, Ziegeleien, Freibrandplätze (Bad Doberan), Backöfen, flachswirtschaftliche Hinterlassungen (Groß Freienholz), Spirituosenherstellung, Wasser- und Windmühlen mit unterschiedlicher Nutzung (mahlen, sägen, pumpen), Salzgewinnung, Göpelwerke, Schmelzen, Schmieden, Steinschlagplätze, Kalköfen, Mergelgruben und Eiskeller sind einige der Gewerke und Gewerbe, die sich archäologisch nachweisen lassen.
Spätmittelalterliche Sühnesteine spielten in der damaligen Gerichtsbarkeit eine wesentliche Rolle. Die Rohlinge wurden, wie auch Baumaterialien (Kalkstein, Granit, Sand) und Tauffünten (Steffenshagen), von den Segelschiffen als Ballast geladen, wenn keine Rückfracht vorhanden war. Der Sühnestein mit abgebrochenem Fundament wurde 1871 von Arendseer Fischern aus der Ostsee geborgen und später an dem Besitzer des "Strandhotels" verkauft (später "Glück Auf"). Der stellte ihn 1889 anlässlich der Eröffnung seines Hotels auf. Er besteht aus silurischem Riffkalk und enthält deshalb zahlreiche Fossilienreste. Während der Abrissarbeiten des Hotels erfolgte die Bergung vom alten Standort und Zwischenlagerung bei der Feuerwehr in Kägsdorf. Später wurde er dann gegenüber dem Kreisverkehr aufgestellt. Die Stadt Kühlungsborn brachte eine Erläuterungstafel an.
Urgeschichtliche Fundstücke wurden von den Findern sehr oft in anderer Nutzungsweise weiter verwendet.