Ab etwa der Zeitenwende führten vielfältige römische Einflüsse zur weiteren Differenzierung der Bevölkerung und zur Herausbildung des vererbbaren Adels. Mit dem Sieg der Westgoten über den römischen Kaiser Valens 378 bei Adrianopel wird die als Völkerwanderungszeit bezeichnete Periode ausgelöst. Der Landkreis war im 6. Jahrhundert relativ siedlungsleer.
Gräberfelder dieses Zeitraumes wurden im Landkreis bisher kaum untersucht. Lediglich in Wischuer (4./5. Jahrhundert n. Chr.) ist ein solcher Friedhof wissenschaftlich ausgewertet worden. Nicht dokumentiert und kaum erhalten sind Funde des 19. Jahrhunderts von Bauer Westendorf und des frühen 20. Jahrhunderts von Lehrer Günther in Biendorf. Letzterer barg Urnen aus bedeutenden Gräberfeldern in Biendorf. Ansonsten sind nur einzelne Bestattungen oder kleine Gruppen bekannt geworden (Blengow, Büttelkow, Gersdorf, Vorder Bollhagen, Wendelstorf, Wischuer, Wittenbeck, Zweedorf). Weitere Kenntnisse stammen von Bagger- und Tauchfunden aus der Warnow.
Siedlungsforschungen in römisch-kaiserzeitlichen Siedlungen wurden in den letzten Jahren durch die untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Bad Doberan und die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Gewerbegebiet „Eikboom” Bad Doberan und in Ikendorf ganz wesentlich vorangebracht. Großflächige Mutterbodenabträge erzwangen die Untersuchung der materiellen Hinterlassenschaften, Siedlungsstrukturen, Hausgrundrissen und Hausbauweisen, der ausgeübten Gewerke, wie die Eisenverhüttung, das Weben, Spinnen u. a.
Eine lange Zeit war die untere Denkmalschutzbehörde bei der eineinhalb Hektar großen Siedlungsgrabung der römischen Kaiserzeit in Ikendorf beschäftigt, bei der zahlreiche Grundrisse von Pfostenhäusern freigelegt werden konnten. Dazwischen lagen spätslawische und jungbronzezeitliche Befunde sowie jungsteinzeitliche Funde.