Im Landkreis Bad Doberan sind zahlreiche oberirdisch sichtbare Bodendenkmale bekannt. Sie unterteilen sich in Großsteingräber der Jungsteinzeit, Grabhügel der Bronze- und frühen Eisenzeit, in Turmhügel und Burgen des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. Die starken Verluste und sehr unterschiedlichen Erhaltungen im Gelände sind den Flurbereinigungen, dem Straßenbau und der Baumaterialgewinnung der letzten Jahrhunderte zuzuschreiben. Wir müssen davon ausgehen, dass wir heute nur noch über ca. ein Fünftel des ehemaligen Bestandes verfügen. Umso wichtiger sind ihr Schutz und ihre Pflege für die zukünftigen Bewohner und Gäste dieser Landschaft.
Aus der Vielzahl der Möglichkeiten, Bodendenkmale zu erleben, wurden vorerst vier Denkmalgruppen ausgewählt, die von Zentralorten aus, zumindest mit dem Fahrrad, an einem Tag zu erreichen sind.
Der nicht so erfahrene Radfahrer sollte sich die Touren unterteilen, wie auch die Wanderer.
Eine sehr gut erhaltene, beschilderte und gepflegte Denkmalgruppe ist von Kühlungsborn, Kröpelin oder Neubukow aus zu erreichen. Der Zentralort ist Rerik.
1.1 Ausgangspunkt ist der Vorplatz der Seebrücke. Gleich nördlich steigen wir auf der Treppe zum Aussichtspavillon empor und stehen, oben angekommen, auf dem Rest einer ehemaligen slawischen Burganlage, von der besonders bei der Sturmflut 1872 große Teile abgespült wurden. Sie war vor rund 1.000 Jahren bewohnt und ist neben der Burg Arkona auf Rügen die einzige an der Küste. Die Stellung der Burg in Rerik wird noch diskutiert. Nordöstlich des Burgwalles liegt die zugehörige Vorburgsiedlung, in der es in den vergangenen Jahren zahlreiche baubedingte Notbergungen mit bedeutenden Funden gab. Die Untersuchungen in den 1930er Jahren durch Prof. Dr. Robert Beltz wurden von den Nazis für ihre Zwecke genutzt und führten dazu, dass das Dorf Alt Gaarz zur Stadt erhoben und in Rerik umbenannt wurde. Heute wissen wir, dass der legendäre Handelsplatz "Reric" (Erwähnung 808 und 809 in den Fränkischen Reichsannalen) weiter südlich bei Groß Strömkendorf lag.
1.2 Wir wandern oder fahren in Richtung Meschendorf. Am Gewerbegebiet biegen wir rechts ab. An der zweiten Einfahrt rechts geht es zur Feuerwehr und zur Erlebnisräucherei. Zwischen beiden, an der Einfahrt zum Bauhof der Stadt, finden wir am Rand des Grundstückes die "Große Kammer". Es ist bisher das einzige untersuchte Großsteingrab mit einem ehemals hölzernen Zugang, ein Ganggrab.
Die Kammer war ursprünglich etwas größer und sehr reich ausgestattet. Sie wurde, wie die meisten anderen Großsteingräber um Rerik, in einem wissenschaftlichen Forschungsprogramm in den 1960er Jahren untersucht.
1.3 Wir gehen aus dem Gewerbegebiet wieder heraus, wenden uns nach rechts und biegen hinter dem Ortsende in den Landweg nach links ein. Es war früher der Kirchsteig zwischen Mechelsdorf und Alt Gaarz (Rerik), wo bei jedem Wind und Wetter die Leute aus Mechelsdorf und Wendelstorf am Sonntag zur Kirche gingen oder fuhren. Im Wald halten wir uns immer links, umgehen dabei die ehemalige Schweinemastanlage und erreichen am nördlichen Rand des Pappelwaldes einen Urdolmen mit Gang.
Er gehört zu den frühen Formen der Großsteingräber. Vier Untersteine und ein Deckstein bilden den Urdolmen. Zwei der Untersteine rückten die Erbauer etwas auseinander, um einen kleinen Zugang zu schaffen. Diese Lücke verschlossen sie mit einem zusätzlichen Joch (2 Untersteine, ein Deckstein). Der Urdolmen war im 2. Weltkrieg Unter- und Beobachtungsstand der Luftabwehr. Dabei zerstörte man die Kammer und ihr Umfeld stark.
1.4 Wir nehmen in westlicher Richtung den Weg zwischen den Pappeln entlang der Mastanlage, kommen durch Neu Gaarz, am renovierten, links liegenden Gutshaus vorbei und erreichen am Zeltplatz wieder die Kreisstraße.
Hier wenden wir uns nach rechts, benutzen den Rad- und Wanderweg nach Meschendorf. Nach kurzer Zeit sehen wir auf der Höhe, rechts, ganz nahe dem Radweg, einen weiteren Urdolmen mit Gang. Bei ihm ist der Gang etwas länger. Das Grab muss schon lange frei liegen.
Auf dem Deckstein und den Oberseiten der Untersteine befinden sich kleine, eingeriebene Schälchen. Das Steinmehl wurde kultisch eingesetzt. Auf dem Deckstein entdeckte der verdiente Bodendenkmalpfleger Ernst Krüger vor einigen Jahren ein Radkreuz. Es war in der Bronzezeit das Symbol für den Sonnenwagen. Der bedeutende Steinzeitforscher Professor Ernst Sprockhoff bezeichnete das Grab und seine Lage als " … einzigartig auf deutschem Boden."
Auf der Kuppe der anderen Straßenseite, in Richtung Ostsee, lag früher ein weiteres Großsteingrab.
1.5 Wir wandern weiter in Richtung Meschendorf. An der Zufahrt zum Zeltplatz vorbei erreichen wir auf der rechten Seite ein Haus, das so genannte "Zollhaus". Hinter dem Grundstück benutzen wir den Trampelpfad, den Berg hinauf. Auf der Höhe finden wir zwei steinzeitliche Grabanlagen. In dem Gehölz links, von Schlehen, Weißdorn und Pfaffenhütchen eingefasst, befindet sich ein lang gestrecktes, aus großen Findlingen errichtetes Hünenbett. Die zugehörige Kammer wurde durch Erdentnahme schon im 19. Jahrhundert zerstört.
1.6 Etwas rechts davon liegt ein ebenfalls wissenschaftlich untersuchter Großdolmen. Die Zugangssituation ist hier gut erhalten. Besonders auf dem westlichen, keilförmig abgeschrägten Deckstein befinden sich zahlreiche Schälchen. Außerdem wurde auf der Ostschräge dieses Decksteines ein Paar Radkreuze entdeckt.
Etwas bergab befindet sich der "Büttsoll". Nach dem Eisrückzug lag in der Tiefe noch ein großes Eisstück. Mit dem Abtauprozess senkte sich der Boden ein und hinterließ so ein tiefes Loch was sich mit Wasser füllte. Hier stehen wir auf dem Endstück des Rückens der Stauchendmoräne der Kühlung, der sich in östlicher Richtung an Bad Doberan vorbei bis Parkentin, Neuhof und Konow hinzieht.
Die Gletscher der letzten Eiszeit hatten, als sie aus dem Ostseebecken kamen, von einem Salzstock bei Warnemünde hoch gepresste Tertiärschichten (Eozän) abgeschürft.
Mit dieser Last beladen, fuhr sich der Gletscher hier zur Stauchmoräne fest. Das nachfolgende Eis drückte dann daran westlich vorbei. Wenn wir in nördlicher und nordöstlicher Richtung schauen, erkennen wir im Hintergrund den Bastorfer Leuchtturm (steht 80 m über NN). Fast jede der dazwischen liegenden Kuppen war früher von einem Großsteingrab besetzt.
1.7 Zurück auf der Straße, gehen wir weiter in Richtung Meschendorf. Auf der folgenden Höhe können wir vor uns Meschendorf sehen. In der dortigen Galerie ist, neben den Bildern, eine schöne Fossilsammlung ausgestellt. Vor uns liegt ein Acker, auf dem der Dorfschulze zahlreiche kleine Hügelgräber zerackern lies. Dahinter liegt der Beginn der Wismarbucht. In der letzten Eiszeit hatten die bis 500 m hohen Gletscher sich hier vorbeigepresst und dabei die Wismarbucht ausgeschürft. Wir wenden uns auf der Höhe dem östlich abzweigenden Weg in Richtung Bastorf zu. Nach der Senke bezwingen wir einen Hügel und können von hier aus nordöstlich den Leuchtturm Bastorf sehen.
Auf diesem Hügel - dem "Likenberg" - lag früher ein Großsteingrab, um das sich eine Sage rankt. Einmal im Jahr tauchte aus diesem Grab ein Fuhrwerk mit vier feurigen Pferden auf. Der Fuhrwerkführer und die vier Pferde waren ohne Kopf. So donnerte das Fuhrwerk den Berg polternd und rasselnd hinunter und verschwand im "Büttsoll".
Bei guter Sicht haben wir von hier aus einen herrlichen Rundblick. Nördlich können wir den Off-Shore-Windpark vor Dänemark erkennen. Westlich bis nordwestlich die ganze Küste Schleswig-Holsteins bis zum "Kleiderbügel", der Fehmarn-Sund-Brücke.
Geradeaus über die Kreuzung mit dem internationalen Radweg (links lassen wir Kägsdorf liegen, früher auch mit mehreren Großsteingräbern) erreichen wir Bastorf und im Dorf die Kreisstraße. Ein Abstecher zum Leuchtturm und seinem schönen Café ist möglich, aber eventuell auch Anlass für eine andere Tour. Wir wenden uns nach links. Entlang der Kreisstraße erreichen wir an der Innenkurve nach Kühlungsborn den BIO-Hof. Gleich gegenüber der Zufahrt, an der Ecke liegt im Gutshof ein Schalenstein. Er wurde bei archäologischen Untersuchungen im nahen Wohngebiet gefunden.
1.8 Etwas gastronomisch erfrischt, überqueren wir vom Hof aus die Kreisstraße. Vorbei an der Bushaltestelle und der Feuerwehr geht es Richtung Hohen Niendorf weiter. Das ehemalige Forsthaus lassen wir links liegen. Rechts erreichen wir den Kamm der Kühlung. Etwas den Berg wieder herunter gehen wir links zum ehemaligen Gutshaus. Sein letzter Gutsherr, Graf v. Wilamowitz-Möllendorff, war nicht nur ein eifriger Jäger, sondern auch ein eifriger Sammler archäologischer Objekte. Links an der Zufahrt zum Gutshaus befindet sich ein Großsteingrab. Blicken wir von dort durch das Tal nach Osten, sehen wir auf der Höhe das bronzezeitliche Hügelgrab "Dornbusch".
1.9 Vom Gutshaus nehmen wir wieder den Weg, auf dem wir rechts von Bastorf kamen. Wir gehen kurz nach links und biegen dann rechts ab. Den Berg hinab und sehen links die Windräder. Vor uns liegt, über die Kreisstraße hinweg, Mechelsdorf. Diesen Weg nahm in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts Wilhelm Laatz (der Zimmermann des Gutes) regelmäßig sonntags nach dem Gottesdienst.
Unter dem Arm hatte er ein kleines Körbchen mit archäologischen Funden. Die Landarbeiter hatten sie bei den Feldarbeiten gefunden. Er legte sie dem Grafen für dessen Sammlung vor.
Der Graf begutachtet und vergütete sie mit Reichsmark oder Pfennigen. Für den Rückweg bekam der Zimmermann eine Zigarre.
Im Ort Mechelsdorf gab es einen "Dynamo", der das Gutshaus Hohen Niendorf und die Ställe versorgte. Die Rübenbahn bimmelte von Kägsdorf kommend westlich am Ort vorbei, bis nach Neubukow-Obere Weiche. Es gibt einen Eiskeller, der heute Fledermausquartier ist. Wir gehen aber nicht in den Ort, sondern biegen an der Kreisstraße links ab. Nach kurzer Zeit erreichen wir Wendelstorf. Mit den großen Kartoffelhallen, der alten Molkerei, der Schmiede (heute Feinkost und Schälküche für die nahen Hotels) und dem Metallbaubetrieb hat sich hier einiges an Gewerbe angesiedelt.
Nach wenigen Metern sind wir an der Kreuzung Westhof. Geradeaus geht es zur Schliemann-Geburtsstadt Neubukow, rechts nach Rerik, links nach Kröpelin. Südwestlich der Kreuzung können wir das in der Sonne gleißende Salzhaff erkennen, bei guter Sicht auch Wismar.
Wir halten uns links (Vorsicht vor dem regen Verkehr!) und biegen nach etwa 200 m rechts in den Landweg nach Wischuer ein. Das Gebiet hier war besonders in der römischen Kaiser- und Völkerwanderungszeit sehr intensiv besiedelt. Wir durchqueren den Ort, kommen am Ortsausgang an Stallanlagen vorbei. Rechts stehen noch die Häuser des alten Windmühlenhofes. Kurz danach biegen wir links in die Straße nach Büttelkow ein. Hinter dem Wald kommen einige Häuser, die wir hinter uns liegen lassen. Am Ortseingang liegt links das vor 1911 von Paul Korff entworfene neue Gutshaus. Gleich östlich davon liegt der alte Wallgraben einer kleinen, spätmittelalterlichen Burg, der aber später in seiner östlichen Hälfte verfüllt wurde. Innerhalb des Burggrabens ist noch das alte Gutshaus vom Beginn des 19. Jahrhunderts zu finden.
1.10 Wir fahren nun wieder bis Wischuer zurück, gerade durch den Ort, am Gast- und Pferdehof vorbei. Dahinter biegen wir links in den Landweg ein. An den zwei Ausbauhöfen vorbei, überqueren wir nach 100 m gerade die Kreisstraße nach Neubukow. Wir fahren die Asphaltstraße in Richtung Blengow. Nach wenigen hundert Metern sind wir in Blengow-Ausbau. Hier zweigt links der Asphaltweg nach Zweedorf und zum Flugplatz ab. Den kleinen Berg erklommen, findet sich rechts eine Parktasche. An der kleinen Trafostation und dem Elektromast überqueren wir den Acker und erreichen den Gipfel des "Voßberges". Von dem ehemaligen Ganggrab ist leider nicht mehr viel erhalten. Am Nordende der Kammer wurde ein ehemaliger Deckstein, der lange vergraben lag, unter Bodendenkmalpfleger Andreas Magerfleisch wieder aufgestellt. Auf seiner Oberseite entdeckte er vier Radkreuze und zahlreiche Schälchen. Weitere drei Radkreuze wurden später entdeckt und Urlauber meinen, es wären insgesamt neun Radkreuze, die im Sonnenkult bronzezeitlicher Menschen eine wichtige Rolle spielten.
Bei dem Blick in die Landschaft müssen wir uns vor dem geistigen Auge mindestens ein weiteres Großsteingrab vorstellen und einige Hügelgräber, die die verschiedenen markanten Kuppen besetzten. Rückwärts gehend flimmern an den Augen die hier zu den unterschiedlichen Zeiten liegenden Siedlungen der Slawen und Germanen vorbei. Die Germanen "kochten" hier ihr Eisen und hinterließen eine römische Münze. Die Menschen der jüngeren Bronzezeit betrieben auf dem "Voßberg" den Sonnenkult und in der älteren Bronzezeit legten sie im Moor Stabdolche nieder. Jungsteinzeitliche Bauern errichteten die Großsteingräber, ihre Nachfolger nutzten sie weiter, obwohl sich kultische Vorstellungen änderten.
Mittelsteinzeitliche Jäger-, Sammler- und Fischergruppen suchten hier periodisch immer wieder einzelne Jagd- und Sammelstationen auf. Auch altsteinzeitliche Jäger folgten hier dem Ren. Eine Lamelle eines Backenzahnes vom Mammut belegt, dass die Herden an den Kiesbergen und in deren Schutz gute Weidegründe hatten. Zuvor bedeckten dicke Todeisschichten den hier beginnenden Landschaftsteil, die "Neubukower Mulde".
1.11 Anschließend fahren wir in Richtung Zweedorf. Den Berg hinunter durchqueren wir einen sandigen Rücken, der sich ost-westlich erstreckt. Das sind die Zweedorfer Kiesberge, ein eiszeitlicher Oser (zu einem weiteren kleinen Oszug gehört der "Kuhberg" vor Rerik am Salzhaff, ein größerer liegt zwischen Kröpelin-Detershagen-Westenbrügge und Lehnenhof).
Oser sind Geröll- und Sandablagerungen in Schmelzwasserrinnen der Gletscher. Wenn er dann ganz abtaute sackten die Kiesablagerungen ganz zur Erdoberfläche durch und bilden die landschaftlich prägenden Sandrücken. Leider ist der Zweedorfer Oser sehr stark durch Sandabbau in den 50er bis 80er Jahren gestört worden. Die Bachläufe an beiden Seiten sind hier aber ganz typisch erhalten. Wir folgen dem Oser entlang seiner Südkanten in Richtung Westen und können linker Hand den im Ausbau befindlichen Feldflugplatz sehen.
Wir setzen den Weg in westlicher Richtung fort. Der Blick auf beide Seiten des Osers macht uns weiter die schon früh genutzte Landschaft bekannt.
Durch einen Kiefernjungwald erreichen wir die Haffstraße zwischen Rerik und Neubukow, auf der zu DDR-Zeiten die Panzer der sowjetischen Nutzer der Halbinsel Wustrow entlang donnerten, zum Verladebahnhof nach Neubukow. Nach links erreichen wir in kurzer Zeit auf dem neuen Radweg Roggow. Es war und ist seit dem 13. Jahrhundert der Stammsitz der Familie v. Oertzen. Slawische und frühdeutsche Siedler lebten damals auch hier eng beieinander. Ein Nachfahre der v. Oertzen rekonstruiert z. Zt. das Gutshaus.
Von dem das Gut umgebenden Burggraben sind nur noch geringe Reste nördlich und östlich des Gutshauses erhalten. Die Zugbrücke wurde noch bis 1835 täglich abends hochgezogen. Den nördlich vom Gut ehemals gelegenen kleinen Burgwall konnten wir bisher noch nicht genau lokalisieren.
1.12 Wer möchte, kann noch einen kurzen Abstecher in Richtung Russow machen. Auf der Höhe hat man einen guten Blick zum "Rugenbarg", einem bronzezeitlichen Grabhügel (nur bei abgeerntetem Feld zu erreichen). Der ehemalige Kirchweg von Zweedorf nach Russow, der unmittelbar daran vorbeiführte, wurde überackert.
1.13 Wir fahren auf dem neuen Radweg entlang der Panzerstraße in Richtung Rerik. In Gaarzer Hof biegen wir im Ort, zwischen den Häusern und gegenüber der Einfahrt zum Gut, nach rechts auf den Milchweg ab. Auf dem schwemmsandigen Landweg geht es bergauf durch intensiv genutztes Altsiedelland, zur Straße Kröpelin-Rerik. Kurz vor der Straße sehen wir auf der rechten Seite die beiden Großsteingräber von Gaarzer Hof.
Nach einem kurzen Stück auf der viel befahrenen Kreisstraße östlich in Richtung Garvsmühlen, bis zur Bushaltestelle, kommen wir an einen Trampelpfad zum Großdolmen. Es war die nächste Bauform nach dem Ur- und dem Erweiterten Dolmen. Der Zugang von Süden aus zwei Jochen macht mit den drei Jochen der Kammer und den wenigen erhaltenen und mächtigen Decksteinen einen gewaltigen Eindruck. Die Zugangssituation mit Schwellensteinen und Türangelsteinen ist gut erhalten. Der Zugang war auch hier mit Rotsandsteinplatten verschlossen. Von den Bestattungen der Erbauer war in der Kammer nichts mehr enthalten. Diese Reste hatten die Nachfolger vor den Zugang geworfen. Sie zerstörten die Einbauten, füllten die Kammern teilweise auf und bestatteten ihre Toten. Auch danach gab es noch einen Bruch im Kult. Sie oder ihre Nachfolger verfüllten die Kammern. Spätjungsteinzeitliche Gruppen der Einzelgrabkultur drangen dann seitlich in die Kammer ein und stellten einzelne Bestattungen nach. Vom Hünenbett ist noch weniges erhalten.
1.14 Ca. 150 m östlich befindet sich auf einer Kuppe ein Ganggrab. Es war die letzte Bauform der Großsteingräber. Ein Teil der Unter- und Decksteine wurden auch hier gesprengt. Auf einem der Decksteine ist ein Ring in den Stein eingeschliffen worden. Das Hünenbett ist stark zerstört, die Zugangssituation aber noch gut zu erkennen.
Östlich, am Fuß der schräg ansteigenden Fläche hinter dem Dorf Garvsmühlen, oberhalb des Mühlenbaches, schlängelt sich die Trasse der ehemaligen Rübenbahn, heute die Straße nach Blengow. Oberhalb lag hier früher ein Großsteingrab. Ein schwarzer Mann soll es nachts hin und wieder umrundet haben und ist dann wieder verschwunden, so berichtet die Sage. Zwischen dem Salzhaff und Kröpelin erstreckt sich eine relativ ebene, wenig strukturierte Landschaft. Es war ein eiszeitliches Todeisbecken im Schutz der Kühlung, die sogenannte "Neubukower Mulde".
Vom Großdolmen aus überqueren wir die Kreisstraße. Am neuen Friedhof vorbei biegen wir die erste Abzweigung nach links ein. Auf dem ehemaligen Pfarrweg kehren wir nach Rerik zurück.
Hinweise:
Über die Tourist-Information in der Dünenstraße:
> 14-täglich finden von Mai bis September Wanderungen zu den Großsteingräbern mit Ernst Krüger statt (Flyer)
> Ortswanderungen und Kirchenführungen sind auch im Angebot und vermitteln viel Wissenswertes über Ort und Landschaft.
Sehenswürdigkeiten am Wege:
Rerik: Kirche, Heimatmuseum, Haffanleger, Steilküste mit Findlingsstrand
> Russow Kirche
> Biendorf Kirche, Linden auf dem Friedhof, Eiche gegenüber dem Friedhof
> Kägsdorf Gingko und Eiche im Gutspark
> Roggow Gutspark mit Flügelnuss
> Hohen Niendorf dendrologische Besonderheiten im Gutspark, Flächennaturdenkmal
> Blengow Gutshaus und Gutspark
Kühlungsborn: Archäologische Ausstellung in Haus des Gastes, Heimatstube, Konzertgärten, Bootshafen, Stadtwald mit Klettergarten und Hügelgrab "Blocksberg", geologisch/archäologischer Lehrpfad, Windmühle, Molli, Mollimuseum, Dorfkirche Brunshaupten, Forsthof in der Schlossstraße mit Künstlergalerie, Galerie "Lesehalle", Bäderarchitektur, Touristik-Information, Seebrücke, Grenzturm
Neubukow: Fischtreppe am Hellbach und Hellbachtal, Kirche, Marktplatz, Schliemann-Gedenkstätte, mittelalterliche Stadtanlage, Wallberg, Windmühle, Wassermühle, Mühlenteich, jüdischer Friedhof
Buschmühlen: Turmhügel
Kröpelin: mittelalterliche Stadtanlage, Heimatmuseum, Rathaus, Kirche, Windmühle, Turmhügel, Oser (Detershagen-Westenbrügge-Lehnenhof)
Westenbrügge: Oser, Kirche, Gutsanlage