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2. Die Bronzezeit, das Mittelalter und herzogliche Bauten

2.1 - 2.3 Vom Kamp aus kommend, fahren wir nach rechts in die Goethestraße ein. An der Dammchaussee biegen wir nach links in Richtung Heiligendamm ab und folgen dem Radweg am Rand der Lindenallee. Dabei kann uns der Molli auf der anderen Seite begegnen. Wir bewegen uns hier am südlichen Rand eines Moränenrückens, der nördlich von der Conventer Niederung begleitet wird, ab Heiligendamm von der Ostsee. In westlicher Richtung wird er vor Kühlungsborn, im Bereich des ehemaligen Ortsteiles Fulgen, vom Fulgenbach und der Cubanze durchbrochen. Danach setzt sich der Rücken bis zum Riedensee fort. Die Niederung südlich, zwischen dem Rücken und der Kühlung, wuschen eiszeitliche Schmelzwässer aus. Heute hat diese Niederung eine Wasserscheide bei Vorder Bollhagen und entwässert in Richtung Bad Doberan und nach Kühlungsborn hin.

Entlang der Allee erreichen wir einige Häuser im Grünen und dahinter die Ortsumgehung. Gleich gegenüber der Kreuzung liegt eine größere Gruppe von ca. 40 kleineren Grabhügeln. Diese Gruppe war früher noch größer. Einige der Hügel lagen auf den heutigen Ackerflächen, wurden niedergeackert und sind gut im Luftbild zu erkennen. Eins davon wurde beim Bau des Radweges nach Heiligendamm gefunden. Auf einigen stehen sicher die Häuser im Straßeneck.

Die Gruppe gliedert sich in drei Teile, einen einzelnen Hügel etwas abseits westlich und vier Hügel am östlich gelegenen Plattenweg zur Conventer Niederung. Untersuchungen haben ergeben, dass darunter meist beigabenlose Brandgräber liegen. Diese sind in den noch sichtbaren Urboden der vorrömischen Eisenzeit bestattet. Die Gefäßreste liegen zerscherbt auf der alten Oberfläche daneben. Durch die Witterungseinflüsse sind die Hügel heute stark verflacht und verflossen.

2.4 Bad Doberan bildete sich als kleiner Flecken neben dem Kloster. Die Klostergründung an dieser Stelle erfolgte 1186, der Ausbau folgte danach schrittweise. Das Kloster existierte bis 1552, bis zur Reformation. Danach wurde viel abgerissen. Die Fundamentreste liegen heute unter einer dicken Füllschicht aus späteren Jahrhunderten. Verschiedene Untersuchungen und Baubegleitungen in den letzten Jahren brachte neue Ergebnisse, bestätigten aber auch bisher Bekanntes. Der rührige Klosterverein bemüht sich seit der Wende um die Erhaltung, Nutzung und Neugestaltung der Anlage.

2.5 Ende des 18. Jahrhunderts und im 19. Jahrhundert baute der Schweriner Hof unter Friedrich Franz I. hier an der herrschaftlichen Grablege eine Sommerresidenz mit Theater, Spielbanken, Logierhäusern, dem Palais, mit dem Seebad in Heiligendamm (gegründet 1793) und der Pferderennbahn auf. Flanier- und Vergnügungsmeile war der Kamp mit den beiden Pavillons. 1879 erhielt der Ort Stadtrecht.

Am Rand des Klosters befindet sich das Bädermuseum im "Möckelhaus", daneben im Torhaus der Klosterladen.

Am Rande des Kamps, im Rosengarten der Parkanlage hinter dem Palais, befindet sich eine kleine Sammlung mit urgeschichtlichen Mühlen, einer "Ofensau" und einem Schalenstein.

2.6 Vom Kamp her bewegen wir uns über den Alexandrinenplatz, über die Ampelkreuzung, am ehemaligen Moorbad und Bahnhof vorbei in Richtung Schwaan. Hinter dem Sanatorium "Moorbad", westlich am Ortsausgang, gegenüber dem Krankenhaus, liegen im Buchenhochwald 'Quellholz' fünf große Grabhügel. Gewaltige Erdbewegungen mussten zu ihrer Errichtung bewältigt werden.

Einen der Grabhügel ließ der Großherzog 1821 durch seinen Doberaner Baumeister Severin untersuchen.

Weitere kleinere Grabhügel, die im 19. Jahrhundert zerackert wurden, lagen auf der Hohenfelder Feldmark. Ende des 19. Jahrhunderts untersuchten Doberaner Gymnasialprofessoren den sogenannten "Vossberg" von Stülow, der damals durch Sandabbau angeschnitten worden war. Er enthielt verschiedene Bestattungen.

2.7 Gegenüber dem Quellholz, nördlich vom Krankenhaus, liegt eine ältere Eigenheimsiedlung, die sogenannte "MTS-Siedlung". Am Ende der Anwohnerstraße führt zwischen den hohen Buchen ein Weg den Berg hinunter. In der Gartenanlage am Hangfuß angekommen, führt der Weg geradeaus über die Bahntrasse. Wir biegen aber den letzten Weg nach rechts ab und verlassen die Gartenanlage. Im Buchenhochwald liegt rechts ein alter Sandabbau und gegenüber, zur Bahnstrecke zu, ein großer Grabhügel. Er wurde beim Bau der Bahnstrecke teilweise abgetragen.

2.8 Den Waldweg nach Althof, parallel zu Bahnstrecke, verfolgen wir weiter. Er steigt etwas an. Rechts zweigt ein Weg den Hang hinauf ab. Kurz vor dem ersten Abzweig nach links zum Bahnübergang von Althof und vor der Kuppe liegt rechts im Lärchenwald ein weiterer großer Grabhügel. Dieser wurde bereits in den 1960er Jahren stark gestört.

2.9 Den Hang hinab kommen wir zum Bahnübergang Althof. Wir gehen nach rechts in den Ort. Die Straße gerade weiter führt zur ehemaligen Wassermühle und zur Ziegelei, mit den Tongruben dahinter.

Wir gehen links in das alte Dorf mit dem Dorfteich und dem ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Klosters. Rechts am Waldrand liegt die Kapelle mit der sehr wechselvollen Vergangenheit und dem Grab der Fürstin Woizlawa. Hier errichteten die Mönche ab 1171 ihre erste Niederlassung. 1179 wurden fast alle Mönche erschlagen.

Vor der Kapelle liegt ein Stein mit einer sehr glatten, halbrund eingetieften Schale, dessen Herkunft und Bedeutung unklar ist. Früher wurde er als "Opferstein" bezeichnet.

2.10 Östlich hinter der Kapelle, entlang der Waldkante, verläuft ein Feldweg auf den Mühlenberg. An den Tongruben vorbei führt ein etwas unebener Weg in den Hütter Wohld, der an den Fischteichen endet. Wer es wegsamer möchte, fährt die Clara-Zetkin-Straße nach Bad Doberan zurück und biegt nach rechts in die Fritz-Reuter-Straße zum Buchenberg ab. An der Kreuzung mit dem Parkentiner Weg (kurz vor dem Buchenberg) biegt man nach rechts ab und fährt sich links haltend entlang dem Parkentiner Landweg bis nach Bollbrücke und über die Kastanienallee bis Hütten. Hier soll um 1268 die Glashütte der Mönche gestanden haben. Links liegt der Fischereihof Detlefsen, geradeaus das Gutshaus. Rechts entlang kommen wir an der alten Ziegelei vorbei. In dieser Schlucht der Kühlung liegen die Klosterteiche, wie auf einer Perlenschnur. Wir können sie bis zum letzten Teich verfolgen. Etwas den Weg zurück, wandern wir am anderen Teichufer weiter.

Die Fischzucht lieferte den Mönchen einen Teil der Fastensnahrung. Seit dem Mittelalter waren die Deiche der Anlage mehrfach durchbrochen und wurden wieder aufgebaut. Instandsetzungen erfolgten zwischen 1900 und 1908, kleinere um 1954 und 1966 sowie nach einem großen Durchbruch von acht Deichen 1998.

2.11 Über die Kastanienallee erreichen wir Bollbrügge, ebenfalls ein Ortsteil Parkentins. Wir wenden uns nach links zum Wald. An der Waldecke links gehen wir auf dem Feldrain, entlang der Waldkante und parallel zur Kastanienallee. Etwa in der Mitte des Lärchen-Jungwaldes liegt im Waldrand ein Hügel mit freigegrabener Spitze. Im Kessel ist ein Großsteingrab mit Schalenstein zu finden. In der Waldkante liegen noch einige Hügelgräber, die am Ende des 19. Jahrhunderts von Ludwig Krause und Robert Beltz untersucht worden sind.

Von Bollbrücke aus geht nun nach Parkentin. Um den Ort entstand mit der Gründung des Klosters ein wirtschaftliches Zentrum. Holz im Überfluss für Pottasche und Holzkohle und verwertbare Quarzsand- und Tonvorkommen begünstigten ihren Standort.

Im gesamten Ort Parkentin bestanden zahlreiche Töpfereien, die besonders im 13. Jahrhundert ein umfangreiches keramisches Sortiment herstellten. Eine davon, gegenüber der Kirche gelegen, musste in den letzten Jahren vor Baumaßnahmen untersucht werden. Zahlreiche Töpfereiabfallhalden belegen die intensive Produktion.

Die große Backsteinhallenkirche zeugt von der Bedeutung dieses Ortes.
Im nahen Ortsteil Neuhof, in Uferrandlage, befand sich ein kleiner, mittelalterlicher Burgwall, auf dem seit Beginn des 13. Jahrhunderts die Familie von Axekow saß. Sie gehörten zum Kirchenspiel Hanstorf und lagen später oft im Streit mit den benachbarten Ritterschaften. Zahlreiche Sagen haben sich aus dieser Landschaft erhalten. Der Burgwall wurde beim Straßenbau zerstört.

2.12 Wer nun noch etwas Zeit hat, fährt durch das Straßendorf Bartenshagen und überquert die B 105. Auf dem Radweg erreicht man nach kurzer Zeit Bargeshagen und biegt gleich am Ortseingang nach Rabenhorst ab. Am Ortsende sehen wir auf der Weide vor uns den Kirchberg. Links geht ein Landweg nach Rethwisch, dem wir folgen. Im Ort erreichen wir eine Kreuzung. Gegenüber in der Innenkurve, liegt genau im Bogen zuunterst einer Feldsteinmauer ein Rillenstein. Er fand sich nahe dem Schmiedehofe auf dem Acker. Die Bedeutung solcher Rillensteine ist unklar und kann von Fund zu Fund auch sehr unterschiedlich gewesen sein.

2.13 Wir fahren dann in Richtung Börgerende und können im Hintergrund die Spitze des Kirchturmes von Rethwisch erkennen. Zwischen der Schule und der ehemaligen Molkerei liegt die eindrucksvolle spätmittelalterliche Kirche. In der Wand des Anbaues finden wir eingemauert eine Piscina. Flach abgearbeitete Mühlsteine wurden genutzt, um in der Sakristei das restliche Taufwasser ausgießen und nach außen ableiten zu können.

Den Rückweg nach Bad Doberan treten wir über den Radweg an. Rechts in der Niederung liegt der Pfarrhof auf einer wurtähnlichen Erhebung. Eine gefundene Geweihaxt belegt die Anwesenheit von Jägern, Sammlern und Fischern in der mittleren Steinzeit, genauso wie ein bei der Sturmflut 1872 ausgespülter Einbaum. Kurz vor Bahrenhorst sehen wir rechter Hand die Torfstiche und den Torfstecher vom Sanatorium Moorbad. Der hier bis 4 m hoch anstehende Torf ist sehr reichhaltig. Im Hintergrund grüßen uns das Kloster und das Neubaugebiet "Kammerhof". Am Fuß des Hanges und am Rand der Conventer Niederung fanden die Archäologen den bereits erwähnten germanischen Kult- und Opferplatz mit dem Holzgötzen.

An Kammerhof, Kloster, Busbahnhof, "Möckelhaus" und Klosterladen vorbei erreichen wir wieder den Kamp.

Hinweise:
Touristik-Information in der Stadtverwaltung in der Severinstraße
Sehenswürdigkeiten:
> Kirche Parkentin
> Althof Maulbeerbaum am Bahnhofsgebäude
> Hütten Gingko im Gutspark und Gutshaus
> Bartenshagen mittelalterliche Dorfanlage, Töpferei, Galerie
> Rethwisch, Kirche mit Taufengel, Piscina
> Börgerende Heimatstube, "Heiliger Damm", Grenzturm, Jemnitzschleuse, Conventer See
> Gerdshagen Gutshaus und Graben
> Rosenhagen Gutshaus, Wildgehege
> Ostseebad Nienhagen Steilküste, Gespensterwald
> Altenhagen Gutshaus
> Groß Siemen Gutshaus, Rosengarten
> Alt Karin Kirche mit Kanzelaltar, Eiskeller,

Klein Nienhagen: geschützte Hofanlage, Gutshaus und Gutsgebäude, Reiterhof

Bad Doberan: Bädermuseum "Möckelhaus", Schriftsteller-Museum "Ehm-Welk-Haus", archäologischer Lehrpfad Palaisgarten, Kamp; ehemaliges Zisterzienserkloster mit: Klosterladen, Münster auch mit Sonderführungen, "Wollscheune", Kornhaus, Wirtschaftsgebäude im Kloster; Stadtführungen, Moorbad, Forsthaus in der Neuen Reihe mit Linden und Flügelnuss, Großen Wohld Tulpenbäume (Blüte Mai) und Eisenquelle, Park zum Münster mit u.a. Ulmen vor der Kirche

Heiligendamm: "Heiliger Damm", Steilküste, Severinbauten; Seebrücke, Gedenkstein 1843 (Findling), Schießplatz, "Franzosenbuche" nahe am Bahnhof

Steffenshagen: Kirche, Windmühle, Riesenfindling

Glashagen-Hof: Künstlerkolonie (Glasbläser, Töpfer, Schmuckgestalter, Puppengestalter, Café), Winterlinde, Kandelaberlärche

Hohenfelde: Quellental

Retschow: Denkmalhof, Kirche (Mühlenaltar), Schwarzer Hahn, Denkmal der Lützower Jäger,

Satow: Kirchenruine

Kröpelin: Heimatmuseum, mittelalterliche Stadtanlage, Rathaus, Kirche, Windmühle, Turmhügel, Oser (Kröpelin-Detershagen-Westenbrügge-Lehnenhof)

Westenbrügge: Oser, Kirche, Gutsanlage

Neubukow: Fischtreppe am Hellbach und Hellbachtal, Kirche, Marktplatz, Schliemann-Gedenkstätte, mittelalterliche Stadtanlage, Wallberg, Mühlenteich, Windmühle, Wassermühle, jüdischer Friedhof

Kühlungsborn: Archäologische Ausstellung in Haus des Gastes, Heimatstube, Konzertgärten, Bootshafen, Stadtwald mit Klettergarten und Hügelgrab "Blocksberg", geologisch/archäologischer Lehrpfad, Windmühle, Molli, Mollimuseum, Dorfkirche Brunshaupten, Forsthof in der Schlossstraße mit Galerie, Galerie "Lesehalle", Touristik-Information , Bäderarchitektur, Seebrücke, Grenzturm