Östlich von Tessin und beiderseits des Recknitztales erstreckt sich weithin eine historisch sehr interessante Landschaft, in der zahlreiche oberirdisch sichtbare Bodendenkmale erhalten sind. Allerdings wurden auch hier bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts viele von ihnen zerstört.
Von Tessin aus geht es entlang der B 110 bis Vilz. Kurz vor dem Ortsausgang ist links an der Straße ein Großsteingrab zu finden. Hinter Vilz sollte der Abzweig über Kowalz und Thelkow nach Liepen genutzt werden.
Eine andere Möglichkeit ist, am Ortseingang von Vilz links in Richtung der Kirche abzubiegen, den Kirchhof zu umgehen und nach rechts die Dorfstraße zu benutzen. An der folgenden Kreuzung halten wir uns links und folgen dem Landweg. Er erlaubt einige schöne Ausblicke ins Recknitztal und auf die Höhen der anderen Talseite. Die kleine Ansiedlung Sophienhof bleibt links liegen. Dem Landweg weiter gerade folgend, erreichen wir die Straße nach Thelkow und queren den Ort. Kurz vor dem Ortsausgang Thelkows befindet sich rechts die kleine Dorfkirche mit dem Friedhof und drei schönen Linden (Naturdenkmale).
Entlang der Straße nach Liepen passieren wir einen kleinen Wald und erreichen kurz danach den Ort. Links über die Dorfstraße treffen wir am Ortsende auf eine Kreuzung und links einen Stallkomplex.
3.1 und 3.2 Rechts führt ein Plattenweg zum Recknitztal sowie nach Dudendorf (Kreis Nordvorpommern). Den Hügel erklommen, erreichen wir nach einer längeren Abfahrt links einen kleinen, lichten Eichenmischwald mit einem Kiefernbestand dahinter. Am Beginn des Mischwaldes führt links ein kleiner Weg am Waldrand entlang. Nach etwa 100 m bergab sind die beiden sehr schönen und bedeutenden Großsteingräber zu sehen. Es sind beides Ganggräber, die unmittelbar oberhalb der Recknitz errichtet wurden. Erläuterungstafeln geben einige Informationen zur hier befindlichen Denkmalsgruppe.

3.3 Den kleinen Weg zurück, können wir auf dem Hügel gegenüber eine Baum- und Buschgruppe sehen, den so genannten "Späukbusch". Hier befindet sich ein Ganggrab in sehr urwüchsigem Zustand.
3.4 Etwas südlich davon ist eine weitere Baumgruppe zu erkennen, in der sich der untersuchte und publizierte Großdolmen befindet. Erstmals wurde dieser im 16./17. Jahrhundert gestört. Die Findlinge um die Baumgruppe herum sind von den Bauern abgelegt worden und haben mit dem Grab nichts zu tun.
Insgesamt gehörten 1840 noch zehn Großsteingräber zu dieser Gruppe, 1893 waren es noch sieben und seit 1921 sind es die gerade besuchten vier Gräber. Aber die Steinschläger hinterließen auch an ihnen ihre Spuren.
3.5 Wir kehren nun nach Liepen zurück. An der Kreuzung am Ortseingang nehmen wir den Weg durch die Ställe nach rechts. Der Landweg führt in einem Bogen zum Wald. Kurz davor liegt links ein kleiner Baumbestand, an dessen westlichem Rand sich ein kleiner Grabhügel erhebt.
3.6 Östlich des Weges liegt ein dicht mit Schlehen bewachsenes, sehr stattliches Hügelgrab mitten auf dem Acker.
3.7 Nach der Passage der Dorfstraße Liepen folgen wir der Straße nach Thelkow. Am Ortsende biegen wir, gegenüber dem Gutspark, rechts in den Landweg zum "Borgsee" und zur Lieper Burg ab. Nach ca. 1 km ist ein Holzumschlagplatz am Waldrand erreicht. Hier gabelt sich der Weg. Dem Forstweg links in den Wald folgend, liegt nach kurzer Zeit der "Borgsee" vor uns, wo es sich gut rasten lässt. Nach wenigen Schritten weiter westlich befindet sich eine Wegekreuzung. Am Weg nach rechts stehen zwei große Findlinge - die "Zwillinge". Sie wurden für die Erholungssuchenden und Wanderer aufgestellt.
3.8 Außen an der Waldkante wurde ein neuer Forstweg angelegt, dem wir ca. 300 m nach rechts zu folgen, bis an einen Platz mit einer Wetterhütte. Der Weg gerade in den Wald führt nach 100 m an den Wall der frühslawischen Burg Liepen. An der Tafel davor kann sich jeder informieren. Besonders in der laublosen Jahreszeit lohnt sich eine Wanderung um den Fuß der Burg herum. So ist die Mächtigkeit der frühslawischen Verteidigungs- und Fluchtburg zu erfassen und es gibt etwa den Eindruck, den auch Angreifer hatten. Der Bau der Burg war eine gewaltige Leistung, die die Bevölkerung einer kleinen Region erbringen musste. Die heutige Durchfahrt wurde von der Forstwirtschaft schon vor langer Zeit angelegt. Ein Rundgang auf der Wallkrone ist sehr zu empfehlen.
3.9 Auf dem Vorplatz mit der Wetterhütte zurück, erkennen wir gleich links zwischen den Fichten einen flachen Grabhügel. Er wurde wohl schon im 19. Jahrhundert untersucht. Es gibt darüber aber keine Aufzeichnungen.
3.10 Wanderer folgen in südöstlicher Richtung der Waldkante und erreichen nach ca. 1 km den "Boocksee". Die Radfahrer sollten den Weg bis Liepen zurück fahren. Nach 200 m auf der Straße Richtung Thelkow, in einer Kurve, geht nach rechts ein Landweg ab, der auch zum "Boocksee" führt. Der See liegt sehr reizvoll in der welligen Landschaft oberhalb der Recknitz. Auf der Höhe der Viehweide (Vorsicht!) steht eine beeindruckende Baumgruppe (Naturdenkmal). Darunter liegt ein Urdolmen mit den Resten eines Hünenbettes. Die Anlage ist schon lange gestört.
3.11 Westlich unterhalb der Kuppe befindet sich ein weiteres stark gestörtes und von Lesesteinen teilweise überdecktes Großsteingrab.
3.12 Zur Straße zurück und wieder in Richtung Thelkow, erreichen wir einen Wald. Rechts sind die sumpfigen Ausläufer des "Boocksees" zwischen den Bäumen in der Niederung zu erkennen. Links geht es den Feldrain entlang. Wir passieren eine verbuschte Leitungstrasse und gleich dahinter, etwa 10 m im Hochwald, befinden sich ein weiteres Großsteingrab. Die Kammer ohne Decksteine ist hier allerdings ungewöhnlich schmal.
3.13 Weiter in Richtung Thelkow biegt 200 m hinter dem Wald rechts ein Landweg ab, den wir nutzen. Vor dem Wald am "Hahnenberg" liegt ein Holzverladeplatz. Wir gehen rechts bergab und an der Weggabelung links in den Wald. Nach 100 m liegt der Urdolmen von Thelkow mit Hünenbett. Er ist eine sehr frühe Großsteingrabanlage, an markanter Stelle hoch über dem "Teufelssee". Von einer Untersuchung ist nichts bekannt.
Wenn es die Zeit erlaubt, sollte der See umrundet werden. Einer der Gutsbesitzer von Thelkow muss etwas für die Großsteingräber übrig gehabt haben. Ein Stück hinter dem Urdolmen hatte er Findlinge zur so genannten "Grotte" aufgetürmt. Die Steine liegen heute lose verstreut, aber der sonnige und windstille Platz über dem dunklen Wasser eignet sich ausgezeichnet für eine Rast.
Danach führen wir den Rundgang um den See fort. Der westseitige Weg führt zum Holzplatz. Wir gehen jedoch südlich am See entlang und finden nach wenigen Metern den fast dolmenartig errichteten "Steintisch".
Vom Holzplatz vor der Waldecke wenden wir uns nach rechts in Richtung Thelkow und folgen dem anfangs etwas ansteigenden Weg. Über den "Mühlenberg" hinweg erreichen wir den östlichen Rand des Ortes.
Nun sollte der Wanderer spätestens überlegen, den Rückweg anzutreten, und zwar wie gekommen, über Vilz nach Tessin. Die restlichen Wanderziele sind sehr interessant, aber zu Fuß nur schwer und über lange Umwege zu erreichen. Abkürzungen sind für den Unkundigen schwer zu finden. Selbst der Radtourist sollte abwägen, ob er die folgenden Ziele nicht an einem zweiten Tag ansteuert.
3.14 Wer noch Unternehmensmut hat durchquert wieder Thelkow. Am östlichen Ortsausgang gilt es, der Straße nach Alt Stassow, weiter über die neue Autobahnbrücke bis Grammow zu folgen. Im Ort gleich wieder rechts abbiegend, verlassen wir Grammow parallel zur Autobahn. Nach kurzer Zeit kommt eine Kreuzung. Der rechte Abzweig ist von großen Bäumen bestanden und wurde durch die Autobahn abgeschnitten. Das war früher die Trasse der Rübenbahn zur Zuckerfabrik nach Tessin. Links geht der alte Bahndamm zum nahen Wald und dort wenden wir uns hin.
Gleich am Beginn des Waldes zweigt ein Weg nach links ab. Früher lag unter den großen Bäumen ein Großsteingrab, das jedoch bei den archäologischen Untersuchungen kaum noch Ergebnisse brachte. Der Weg führt im leichten Rechtsbogen weiter in den Wald hinein. Nach wenigen Metern ist auf der linken Seite eine längliche, von Birken und Erlen bestandene Kuppe zu sehen. Zwischen den hellen Stämmen sind die Findlinge eines Hünenbettes ohne Kammer zu erkennen.
Es ist zu bemerken, dass in dem östlich liegenden Feuchtgebieten ein reges Tierleben herrscht, und wir verhalten uns deshalb sehr leise.
3.15 Ca. 200 m weiter südlichen ist das feuchte Gelände leicht erhöht. Hier liegen zahlreiche, teilweise gesprengte Findlinge. Auch vor diesem "Hünengrab" hatten die Steinschläger keinen Respekt.
3.16 Der Rückweg ist leider wieder gleich dem Herweg. An der Rübenbahntrasse angekommen geht es links in südlicher Richtung weiter. Nach ca. 300 m befindet sich auf der linken Seite in einem jungen Laubholzbestand, ca. 100 m vom Weg entfernt, eine Findlingsansammlung. Dieses Grab wurde untersucht. Es enthielt jedoch nur wenige Hinweise.

3.17 Weitere Grabanlagen sind längst verschwunden. Nach ca. 300 m in südlicher Richtung auf dem Bahndamm weiter erreichen wir einen Fichtenbestand und überqueren einen kleinen Bach, der gleichzeitig die Flurgrenze zwischen Alt Stassow und Nustrow ist. Nun müssen wir versuchen, den begleitenden Trassengraben links zu überqueren. Nach ca. 100 m liegt die erste der zwei Grabanlagen.
3.18 Wenige Meter weiter östlich liegen die Reste eines schon lange gestörten und untersuchten Urdolmens. Hier ist besonders der Rest des schräg liegenden Decksteines zu beachten. Auf diesem sind zahlreiche, sehr stark ausgeprägte Schälchen zu finden.
Wir können dem Bahndamm weiter südlich bis Nustrow folgen, können aber auch über Grammow im Ort Alt Stassow links ins Dorf abbiegen und dem Plattenweg bis Nustrow folgen. Sicher fährt man über Thelkow und Kowalz.
3.19 Drei weitere Bodendenkmale sind von Kowalz aus zu erreichen. Nicht weit hinter dem Ort, in Richtung Nustrow, sehen wir rechts der Straße eine kleine Baum- und Buschgruppe. Der Baum steht mitten in einer kleinen, völlig zerstörten Grabkammer. Dies ist der Rest von wenigstens zehn ehemaligen Großsteingräbern, die auf dem so genannten "Hünengräberschlag" standen. Da beim Bau der Fundamente des Gutes Kowalz viel Baumaterial benötigt wurde, nutzte man die Gräber im 19. Jahrhundert als Steinbrüche.
3.20 Der Straße weiter folgend, erreichen wir Nustrow. Mitten im Dorf auf einer Grünfläche an der Bushaltestelle liegt ein mächtiger Findling, der vor wenigen Jahren bei Erschließungsarbeiten im Ort gefunden wurde. Auf der östlichen Seite des Findlings wurden zahlreiche Schälchen eingerieben.
3.21 Gleich hinter der Bushaltestelle führt die Straße zum Gutshaus. Wir gehen rechts am Gutshaus vorbei und durch die leichte Senke des verfüllten Wallgrabens hindurch. Hier finden wir den Hügel der kleinen spätmittelalterlichen Burg. Sie ist durch einen teilweise noch wasserführenden Graben und den Teich deutlich herausgehoben.
Am nördlichen Übergang werden urgeschichtliche Mühlen gelagert, die bei Feldarbeiten gefunden wurden. Ein beeindruckender, nicht zu übersehender Tulpenbaum im Gutspark stellt eine dendrologische Besonderheit dar, die besonders zur Blütezeit Ende April/Anfang Mai ins Auge fällt.
Hinweise:
Sehenswürdigkeiten:
Tessin: mittelalterliche Stadtanlage mit Burgwall, Stadtmuseum "Mühlenhaus", Eiskeller im Burgwall, Freizeitzentrum in der Zuckerfabrik, Stadtkirche.
Ehmkendorf: Kräutergarten am Gutshaus und der Gutspark, Hohlweg
Stubbendorf: Gutshaus, Dorfanlage, ehemalige Landarbeiterkaten.
Vilz: Großsteingrab am östlichen Ortsende an der Hauptstraße.