Gerade um Gnewitz, Barkvieren und Zarnewanz herum sind noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts Großsteingräber in Größenordnungen dem Steinebedarf beim Straßenbau und den Flurbereinigungen zum Opfer gefallen, ehe das Geschehen dem Landesamt für Denkmalpflege zur Kenntnis kam und gestoppt werden konnte.
4.1 Von Tessin aus erreichen wir Zarnewanz und biegen links nach Stormstorf ab. Hinter dem Gutspark auf der linken Seite befindet sich ein abgeflachter, von Büschen bestandener Hügel, der als Hügelgrab unter Schutz gestellt wurde.
4.2 In Stormstorf liegt das schöne kleine Gutshaus links am Weg, oberhalb des Hanges des beeindruckenden Stormstorfer-Bach-Tales. Vor dem Gutshaus liegen schon seit langer Zeit einige schöne urgeschichtliche Mühlen und Reste von Schlackeklötzen von der Eisenherstellung unserer Vorfahren (sogenannte Ofensauen).
4.3 In Richtung Reppelin geht es weiter. Nach kurzer Zeit liegen links und rechts an Straße einige Ausbauhöfe. Am ersten auf der rechten Seite suchen wir uns am Rand der Straße eine Abstellmöglichkeit. Auf dem Acker der westlichen Straßenseite, nahe dem Bachtal, südlich eines kleinen Geländeeinschnittes, liegt ein Grab in einem kleinen Buchenwäldchen. Schon seit langer Zeit ist dafür der Flurname "Judenkirchhof" überliefert. Wahrscheinlich handelt es sich um ein Ganggrab mit eingesunkenen Decksteinen.
4.4 Hinter dem ersten Haus auf der östlichen Seite ist eine kleine Baumgruppe mit Büschen rundherum zu finden - "De blage Durnbusch". Es handelt sich um eine recht große Grabkammer eines Ganggrabes, deren Decksteine, wie so oft, tief in die Kammer eingebrochen sind.
Den Weg setzen wir in Richtung Reppelin fort. Nach ca. 1.300 m taucht rechts Barkvieren auf. Wir durchqueren das kleine Dorf und folgen dem Plattenweg nach Neu Barkvieren. Nach wiederum etwa 1.300 m kommt eine Kreuzung. Vor uns liegt der "Mühlenberg", eine flache Erhebung. Geradeaus geht es nach Stubbendorf und rechts nach Gnewitz. Der linke Abzweig geht nach Neu Barkvieren. Auch hier sind im 19. Jahrhundert einige Großsteingräber zerstört worden.
4.5 Nach Norden finden wir am Weg wenige Einzelhöfe. Hinter dem dritten rechts liegt im Hintergrund, fast an der Grenze des Landkreises Bad Doberan zum Landkreis Nordvorpommern, ein von wenigen Bäumen bestandenes Hügelgrab der Bronzezeit.
4.6 Kurz danach kommt der Wald. Nach wenigen Metern liegt auf der linken Seite eine kleine, fast zugewachsene Sandgrube. Gleich dahinter müssen wir auf dieser Seite in den Wald. Auf der Höhe finden wir einen Urdolmen im Hünenbett. Am östlichen Teil des Hünenbettes fehlen die größeren Steine. Ihre noch liegenden Verkeilsteine lassen aber die Ausdehnung und Form gut nachvollziehen. Am östlichen Ende findet sich die kleine Grabkammer, die 1945 von Schülern geplündert wurde. Hier sind die Steine des Hünenbettes noch erhalten.
4.7 Nördlich des Grabes liegt der ehemalige Bahnhofsvorplatz des Bahnhofes Dammerstorf. Zurück durch Neu Barkvieren und an der Wegekreuzung südlich davon wieder angekommen, benutzen wir diesmal den Weg nach links, in Richtung Stubbendorf. In der Senke liegt die Gemarkungsgrenze. Gleich links, auf der markanten Kuppe, finden wir einen weiteren bronzezeitlichen Grabhügel - der "Jacobsberg".
4.8 An der Kreuzung wieder zurück, wenden wir uns nun nach Süden in Richtung Gnewitz. Nach ca. 400 m liegt links auf dem Acker ein stark zerstörtes Großsteingrab.
4.9 Rechts des Weges nach Gnewitz, gegenüber dem Grab auf dem Feld, führt ein Weg in die Waldspitze. Nach wenigen Metern im Wald überquert der Weg einen kleinen Hügel. Seitlich ist dort eine kleinere Grabkammer zu finden, die Prof. Dr. Ewald Schuldt im Rahmen seines Forschungsprogrammes untersuchte. Im Umfeld gab es früher wenigstens noch zwei solcher Anlagen.
Weiter auf dem Weg nach Gnewitz erreichen wir nach kurzer Zeit den Ort. An den Landarbeiterkaten vorbei, liegt auf der linken Seite das ehemalige Gutshaus. Die folgende Kreuzung überqueren wir gerade. Die befestigte Straße biegt dann in der Siedlung nach rechts ab. Wir nutzen aber den Feldweg geradeaus. Schon vom Ortsrand aus können wir links und rechts auf den Feldern vor uns Baum- und Buschgruppen erkennen. In jeder dieser befindet sich ein Grab.
4.10 Wir gehen, bis wir rechts einen rechtwinkligen Zugang zu den Gräbern finden. So können wir leicht einer Pflegespur folgen. In der ersten Baumgruppe, die über dem kleinen See "Grot Soll" liegt, wurde das Grab, das auf der planen Stelle des Hügels lag, völlig zerstört. Die Untersuchungen konnten es aber eindeutig nachweisen.
4.11 Der Pflegespur westlich weiter folgend, treffen wir auf eine Buschgruppe. Mitten drin finden wir die Reste eines Ganggrabes. Eine Wand des Ganges, eine der Kammer und ein Schlussstein sind noch erhalten.
4.12 Etwas südöstlich vom letztgenannten Grab, mitten auf einer Kuppe, ist ein flacher Hügel mit größeren Steinen, der einzig erhaltene Rest einer Grabanlage, zu erkennen - der "Düwelsbusch".
4.13 Wir wandern die Pflegespur zurück bis zum Landweg. Im Acker östlich des Weges sind drei großen Gruppen älterer Eichen zu erkennen, in denen vier Gräber zu finden sind.
Das erste Grab ist ein Ganggrab mit dem Zugang von Süden. Die Steine sind teilweise in die gewaltigen Eichen eingewachsen.
4.14 Etwa 100 m östlich, in der nächsten, ebenso imposanten Baumgruppe, liegt auf dem Hügel ein weiteres Ganggrab. Ganggräber waren in der Bauform der Höhepunkt jungsteinzeitlicher Gräberkultur.
4.15 In der nächsten Baumgruppe sind zwei Hügel versteckt. Im ersten Teil ist es der Rest eines erweiterten Dolmens. Dabei handelt es sich um die zweite Bauform der Großsteingräber, wie es Prof. Dr. Ewald Schuldt nach seinen Untersuchungen herausstellte. Die Decksteine und die Eingangssituation waren schon lange vor den Untersuchungen gestört. Anfang der 1990er Jahre wurde diese Anlage durch Vandalen weiter verwüstet. Sie rissen den Fußboden aus Sandsteinplatten heraus und stürzten den rechten Unterstein um.
Auf dem Hügel östlich daneben konnte Prof. Dr. Ewald Schuldt ein Hünenbett mit steinzeitlicher und späteren Urnenbestattungen nachweisen.
4.16 Zurück auf dem Landweg, folgen wir ihm weiter nach Süden in die Recknitzniederung. Am Hangfuß verläuft entlang der Talkante ein Wanderweg, dem wir nach links, in östlicher Richtung folgen. Mit der verschilften Niederung rechts und dem bewaldeten Recknitztalhang links ist dieser Wanderweg zu allen Jahreszeiten herrlich zu begehen. Nach einiger Zeit umgehen wir halbrund eine Baum- und Buschgruppe. An ihrem östlichen Ende geht der Weg im Wald weiter. Hier haben wir unsere weiteren beiden Ziele erreicht. Den Hang hinauf führt ein Hohlweg nach Stubbendorf. Links von ihm, in der Richtung, aus der wir kamen, trennen ein tiefer Graben und ein südlich davor aufgeschütteter Wall eine halbrunde Uferzone ab. Die zeitliche Einordnung und Bedeutung ist unklar. Im Volksmund heißt die Anlage "Schwedenschanze".
4.17 Etwa mittig zwischen dem Hohlweg und dem östlich sich fortsetzenden Waldweg geht es nun im Hochwald schräg den Berg hinauf. Auf der Höhe erkennen wir eine heute flache Kuppe, auf der noch die Reste alter Baumriesen (Naturdenkmale) zu erkennen sind. Diese Kuppe wurde früher als "Störtebekerburg" bezeichnet. Es handelt sich aber um den Rest eines bronzezeitlichen Hügelgrabes. Es wurde schon im 19. Jahrhundert oder davor zerstört. Im Hügel befanden sich anscheinend mehrere Einzelgräber, wie u.a. eine kleine Steinkiste, in der sicher eine spätbronzezeitliche Urne stand, belegt. Dokumentationen und Funde zu diesem Grab wurden nicht bekannt.
Als Rückweg nach Tessin benutzen wir den Wanderweg am Niederungsrand. Hier gibt es ganzjährig viel zu beobachten. Der Weg ist auf größeren, beschrifteten Findlingen gut beschrieben. Hier ist über einen kleinen rechts abzweigenden Pfad der große Findling von Zarnewanz zu finden. Von ihm aus östlich schweift der Blick über eine Viehweide, die einer alten, mit einzelnen Eichen bestandenen Hutelandschaft ähnelt.
Hinweise: Sehenswürdigkeiten:
Tessin: mittelalterliche Stadtanlage mit Burgwall, Stadtmuseum "Mühlenhaus", Eiskeller im Burgwall, Freizeitzentrum in der Zuckerfabrik, Stadtkirche
Ehmkendorf: Kräutergarten am Gutshaus, Gutspark, Hohlweg
Stubbendorf: Gutshaus, Dorfanlage, alte Landarbeiterkaten
Stormstorf: Stormstorfer-Bach-Tal, urgeschichtliche Mühlen vor dem Gutshaus
Zarnewanz: Gutspark, Judenkirchhof, Riesenfindling.