Die Kappung eines Baumes ist einer Amputation vergleichbar: niemand führt sie ohne zwingenden Grund durch, hoffte er nicht, dadurch das Leben verlängern, wenn nicht erhalten zu können. Was zunächst bleibt, sind verstümmelte Bäume, vergleicht man sie mit gesunden Eichen, wie sie etwa auf dem Kamp stehen.
Die Maßnahme, die während der Osterferien am Gymnasium vorgenommen werden
soll, kann den Bäumen helfen - wohlgemerkt: kann, denn das Ergebnis ist
keineswegs sicher.
Soviel Ehrlichkeit uns allen gegenüber muss sein: eine
Kappung stellt einen solch erheblichen Eingriff in die Physiologie eines Baumes
dar, dass sie auch sein Ende besiegeln könnte.
Andererseits können die Eichen so nicht stehen bleiben, sind sie doch in einem außerordentlich beklagenswerten Zustand. Vor allem die Anwohner des Rosenwinkels erleben es täglich, wenn sie aus dem Hause treten.
Daher hat sich das Umweltamt des Landkreises gemeinsam mit der Schulleitung
und dem Schulverein entschieden, den Versuch zu unternehmen, die Bäume zu
"sanieren".
Dazu sollen die Kronen um etwa die Hälfte reduziert werden,
damit die Wurzeln die verbleibenden Reste (wieder) versorgen können.
Gleichzeitig wird der Boden um die Eichen gelockert, belüftet und mit
Nährstoffen angereichert.

Eine Projektgruppe der Schule wird die fortlaufende Betreuung und
Dokumentation übernehmen. Mehr ist durch Menschenhand nicht möglich, alles
weitere liegt in der Stärke der Bäume.
Schlägt der Versuch fehl, bleibt
nur die Fällung, zunächst aber sind uns die über 100jährigen diesen Versuch
wert.